Stell dir vor, du investierst zwei Jahre in den Bau des schönsten und stärksten Kriegsschiffs deiner Zeit. Aufwendige Schnitzereien und eine besondere Bemalung zieren das Schiff, das schließlich unter stolzgeschwellter Brust vom Stapel läuft – nur, um wegen Stabilitäts- und Ballastproblemen im Hafenbecken zu versinken.
Immerhin ungefähr 333 Jahre später wird dein Schiff geborgen und nach der Restaurierung gehört es zu den beliebtesten Besichtigungszielen deines Heimatlandes.
Hört sich unglaublich an? So erging es König Gustav II Adolf von Schweden mit seiner Vasa.
Die Vasa wurde während des 30-jährigen Kriegs konstruiert und 1628 fertiggestellt. Eigentlich sollte sie die Macht Schwedens auf See stärken. Wie bereits erwähnt schaffte es sie aber nie aus dem Hafenbecken heraus und wurde dann 1961 geborgen und ein Museumsgebäude um sie herum gebaut.
War zu wenig Planung, zu wenig Zeit oder vielleicht die Mischung aus allem daran schuld?
Heute ist sie ein beeindruckendes, maritimes Kulturdenkmal und gibt viele Einblicke in das damalige Leben, Denken und Handeln.
Im Moment gibt es auf Arte eine interessante, zweiteilige Doku zur Vasa, wenn du noch tiefer in ihre Geschichte eintauchen möchtest.
Was wohl von uns in 333 Jahren übriggeblieben ist?
Was über unser Leben, Denken und Handeln ausgestellt und gedacht wird?
Ob die menschliche Kriegslust und Gier irgendwann aufgehört hat?
Ob die Schere zwischen Arm und Reich Vergangenheit ist?
Ob Menschenrechte Alltag sind und ohne Ausnahme für alle gelten?
Ob Nachhaltigkeit kein Thema mehr ist und das Klima längst „im grünen Bereich“?
Vielleicht hat sich die Menschheit auch selbst abgesetzt oder ein paar Superreiche leben in Bunkern, weil die Erde zu toxisch und verseucht ist und ein Leben darauf nur noch für Kakerlaken lebenswert ist.
Vielleicht fangen wir an, die Zukunft zu leben, die wir uns und unseren Kindern wünschen. Vielleicht könnte das ein erstes Schritt sein für mehr Utopia.
