Von den 7 Vorläuferfertigkeiten fürs Lesen und Schreiben und Ideen, diese spielerisch zu unterstützen liest du in diesem Beitrag.
Denn bevor mit der Aneignung von Lesen und Schreiben gestartet werden kann, braucht es einige Grundlagen.
Ich erkläre dir jeweils eine der Fertigkeiten mit Beispielen, dann gebe ich dir dazu Ideen, wie du dein Kind auf seinem Weg darin spielerisch begleiten kannst.
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Phonologische Bewusstheit
Die phonologische Bewusstheit ist die Fähigkeit, Laute in der Sprache zu erkennen und zu unterscheiden, z. B. in Reimen oder bei Silben. Diese Fähigkeit ist grundlegend für das Erlernen des Lesens und Schreibens, da sie deinem Kind hilft, die Struktur der Sprache zu verstehen und zu nutzen.
Schon wenn du mit deinem jungen Kind Kniereiter spielst und altersgerechte Lieder singst, unterstützt du es auf seinem Weg diese Fertigkeit zu erlernen. Laut- und Reimspiele, wie „Wo hörst du ein ‚A‘ am Anfang des Wortes?“ „Was reimt sich auf Maus?“, sind ebenso hilfreich.
Das Buchstabenhotel nach Maria Montessori bietet dazu zahlreiche Möglichkeiten, da dort zu jedem Laut unterschiedlichste Gegenstände vorhanden sind, die dann zu vielfältigen Spielen genutzt werden können.
Phonemische Bewusstheit
Eine weitere wichtige Fähigkeit ist die phonemische Bewusstheit. Sie bezieht sich auf die Sensibilität für die kleinsten Lautunterschiede in Wörtern. Diese Fähigkeit ermöglicht es deinem Kind, Wörter in ihre einzelnen Laute zu zerlegen und sie in der richtigen Reihenfolge wieder zusammenzusetzen. Das ist eine grundlegende Fähigkeit für das Lesen und Schreiben.
Das genaue Zuhören kann dein Kind bei gemeinsamen Spielen, beim Vorlesen, in gemeinsamen Gesprächen und beim oben genannten Buchstabenhotel üben. Reimspiele, die jeweils nur einzelnen Laute in den Worten ändern, unterstützen hier ebenso.
Vokabular und Sprachverständnis
Der Aufbau eines umfassenden Wortschatzes und das Verständnis von Wortbedeutungen sind weitere Schlüsselkompetenzen. Ein reicher Wortschatz ermöglicht es deinem Kind, sich auszudrücken und ihre Gedanken und Gefühle kommunizieren zu können. Ferner hilft ein gutes Sprachverständnis deinem Kind, Texte zu verstehen und ihre Bedeutung zu erfassen.
Miteinander im Gespräch sein, vielfältige Bilder- und Sachbücher, Hörspiele, das gemeinsame Lesen von Gedichten, Poesie und Lyrik; der Besuch von (Kinder) Theaterstücken oder Museen mit verschiedenen Interessengebieten … überall dort, wo Sprache in ihrer Vielfalt genutzt wird, profitiert der Wortschatz deines Kindes. Aber auch einfache Sprachmaterialien wie Bildkarten mit zugehörigen Gegenständen finden hier ihren Platz.
Feinmotorik und Augen-Hand-Koordination
Die Entwicklung der notwendigen motorischen Fähigkeiten für das Schreiben ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Die Feinmotorik und die Augen-Hand-Koordination sind dabei besonders wichtig. Sie ermöglichen es deinem Kind, die Stiftbewegungen zu kontrollieren und die Buchstaben und Wörter richtig zu formen.
Kneten, malen, puzzeln, sortieren, aufreihen, zuordnen, tonen, musizieren, prickeln, sticken, backen, kochen, waschen, sandeln, matschen, polieren, schütten und gießen, pipettieren, schneiden … dieser Bereich ist so vielfältig umsetzbar, dass für jede Jahreszeit und Interesse eine Möglichkeit auffindbar ist.
Nachspurübungen oder freies Spuren nach Geschichten oder nach den in der Umgebung vorhandenen Möglichkeiten ergänzen dann diesen Bereich. Das kann mit Stöcken im Sand oder mit Federn im Matsch oder mit Fingern in Fingerfarbe oder mit Kalligrafie-Federn in Museen oder auf Schrifttafeln auf Naturpfaden geschehen, auch hier gibt es vielfältige Umsetzungsvarianten.
Visuelle Wahrnehmung
Die Fähigkeit, visuelle Informationen zu verarbeiten, wie z. B. die Unterscheidung von Buchstabenformen, ist ebenfalls von großer Bedeutung. Diese Fähigkeit hilft deinem Kind, Buchstaben und Wörter zu erkennen und zu unterscheiden, was für das Lesen und Schreiben entscheidend ist.
Das genaue Hinsehen und die Zuordnung von gleichen Gegenständen wird zum Beispiel mit Nomenklatur Karten und entsprechenden Gegenständen verinnerlicht oder auch einfach nur mit einem Memory, die es in verschiedensten Themen und Schwierigkeiten gibt.
Muss ich jetzt jeden Tag mit meinem Kind üben?
Nein, denn ganz viele der genannten Tätigkeiten sind vermutlich schon in verschiedenster Art und Weise Teil eures Alltags: Spielen, miteinander reden und singen, vorlesen, kreativ sein …
Wenn dir auffällt, dass dein Kind in einem Bereich Unterstützung benötigt, so kannst du immer noch gezielt darauf eingehen.
Diese Liste soll dir aufzeigen, was überhaupt an Grundlagen gegeben sein muss, damit dein Kind dann den nächsten Schritt in Richtung selbstständigem Lesen und Schreiben gehen kann und wie du es bei Bedarf dann dabei begleiten kannst.
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