In diesem Beitrag stelle ich dir vor, wie wir Naturwissenschaften (Physik, Biologie, Chemie, Astronomie …) lernen.
Wir lernen nach Interessen und aktuellen Ereignissen auf unseren Reisen, gleichzeitig haben wir den Bildungsplan im Hinterkopf immer dabei.
Im Beitrag stelle ich dir Material vor, das wir gerne nutzen und passende Museen und Ausflugsziele, die uns gefallen haben.
Im Beitrag „Naturwissenschaften und das junge Kind“ liest du die Definitionen der einzelnen Naturwissenschaften und ich stelle dir Ideen und Impulse für die Begleitung deines jungen Kindes in diesem Bereich vor.
In diesem Beitrag findest du Ideen und Impulse für etwas ältere Kinder. Altersangaben sind immer sehr individuell und du kennst dein Kind am besten; die folgenden Ideen sind für Kinder von ~ 5 Jahren bis ~ 10 Jahren.
Alltagslernen: Naturwissenschaften sind allgegenwärtig
Die Hebelwirkung ausprobieren am Türgriff; die wachsenden Kaulquappen im Teich vor uns beobachten und beim Sensorik-Spiel die verschiedenen Aggregatzustände von Wasser kennenlernen … Naturwissenschaften sind die Gesetzmäßigkeiten und Regeln die unsere Welt in ihrer Balance halten und sind beim aufmerksamen durch den Alltag gehen, allgegenwärtig.
In gemeinsamen Gesprächen, durch Spiel und Experimente, werden Vorgänge begriffen.
Manche Themen sind dabei präsenter und manche Themen werden erst offensichtlich, wenn man etwas genauer hinter die Prozesse und Vorgänge schaut.
Projektearbeiten und unsere Experimentekiste
Wir arbeiten gerne in Projekten, dazu nutzen wir Sachbücher, fertige Experimentekisten, Anreize aus dem Netz oder wiederholen Versuche, die wir in Museen oder Workshops kennengelernt haben.
Wir haben schon selbst Distelfalter aufgezogen und davon viel gelernt. Ebenso hatten wir eine lange Zeit Urzeitkrebse als spannende Beobachtungsmöglichkeit und für immer neue Gesprächsanlässe über die Entstehung des Lebens, des Lebensraum und Nahrungsaufnahme.
Tolle Materialien zu vielen Themen, wie z.B. die Lebenszyklen unterschiedlicher Pflanzen und Tieren findest du in der Wunderwerkstatt.
Das „Kosmos Schülerlabor 3./4. Klasse“ gab’s zum letzten Weihnachten und ist super ausgestattet für erste Versuche aus Chemie, Physik und Elektronik. Einzelne Bestandteile wie Pipetten, Becher und Co waren im Einzelpreis tatsächlich um einiges teurer (als die Kiste im Angebot um 18 €).
Gleichzeitig kommt ein umfangreiches Erklärungsbuch mit der Kiste. Bisher haben wir wirklich erst 6 oder 7 der unzähligen Experimente gemacht und die Inhalte für eigene Versuche genutzt und sind überzeugt, dass wir die Inhalte noch eine lange Zeit nutzen können.
Das „Physik-Bastelbuch“ von Phänomint, erschienen im Moses Verlag, nutzen wir ebenso gerne. Einzelne Versuche werden meist auf einer Doppelseite mit Erklärung und Bastelmaterial vorgestellt. Das Material reicht überwiegend für zwei Kinder oder es lässt sich gut ergänzen. Unterschiedlichste Themen werden kindgerecht dargestellt und das Lernen geschieht durchs Tun.
Von Anfang an habe ich immer wieder wechselnde Sensorikangebote bereitgestellt. Am Anfang reicht ein einfaches Becherspiel, um Volumen und Maße mit unterschiedlichen zu füllenden Materialien (Rote Linsen, Salz, Sand …) kennenzulernen; inzwischen nutzen wir diese geometrischen Formen, die wir eigenhändig um die passenden Körpernetze ergänzt haben.
Unsere Lieblingsbücher, - puzzle und Materialien
Im Folgenden zeige ich dir viele unsere Lieblingsmaterialien, die Links sind jeweils Affiliate Links, für dich ändert sich am Preis nichts, ich bekomme ein wenig Provision für die Empfehlung und freue mich wehr, wenn du diese Links nutzt.
Unsere Lieblingsbücher mit Links
„Kreisläufe der Natur – Den Geheimnissen des Lebens auf der Spur“ erschienen im DK Verlag.
„Was wird denn das? Spannende Verwandlungen von Tieren und Pflanzen“ erschienen im Kosmos Verlag.
„Aufklappen und entdecken – dein Körper“ erschienen im Usbourne Verlag.
Und ganz viele der Pixi Wissen Hefte, die einen guten Überblick und einen Einstieg in vielfältige Themen bieten, z. B. „Planeten und Sterne“, „Vulkane“ oder „Wale und Delfine“.
Spezifische Bücher, die wir gezielt angeschafft haben und die gerne genutzt werden, sind aus der „Wieso? Weshalb? Warum? – Reihe“ erschienen im Ravensburger Verlag. Wir haben u. a. „Haie, Wale und Delfine“ und „Gesteine und Minerale“.
Unsere Lieblingspuzzle mit Links
Lagenpuzzle „Schmetterling“ und „Mädchen“ von Beleduc und botanische Puzzle nach Montessori (Blatt, Blüte, Baum), die wir von Montessori Lernwelten haben.
Nomenklaturkarten zu Tieren, Pflanzen und dem Aufbau dieser, entweder selbst hergestellt oder u. a. aus der Montessori-Kiste von montessorifamily.uk.
Die Karten haben wir auch gerne mit passenden Figuren ergänzt; davon gibt es ganz unterschiedliche, z. B. über das Huhn, den Frosch oder die Biene, hergestellt von Safari LTD. Diese habe ich leider nicht mehr gefunden, ähnliche Figure gibt es hier.
Passende Stickerbücher aus dem Usbourne Verlag sind z. B. „Meine Gefühle“, „Die Jahreszeiten“
Passend zum Mini Lük Kasten gibt es das Heft „Tiere und Pflanzen im Wald“, welches wir sehr mögen. Bisher nicht ausprobiert haben wir andere Hefte wie „Weltraum“ oder welche zur Uhrzeit /Kalender, da gibt es aber eine weitere große Auswahl.
Ausflüge als Lern- und Erfahrungsraum
Wir machen zudem viele Ausflüge in Freilichtmuseen, Wildparks, Berge, (Halb)wüsten, Höhle und z. B. ins Watt. Dabei lernen wir über spezifische Lebensräume, Lebensbedingungen und die Entstehung der Flora und Fauna vor Ort.
Das Wissen wird erleb- und begreifbar und oftmals mit allen Sinnen wahrgenommen. Aufkommenden Fragen begegnen wir direkt vor Ort durch entsprechende Erklär Schilder/ Beschriftungen oder Audioguides oder dann wieder mit Materialien und Projekten im Nachgang.
Lernhefte
Im „Forscher-Stars“ Heft erschienen im Cornelsen Verlag gibt es unterschiedliche einfache Versuche und Experimente, meist eine Doppelseite zu den einzelnen Sinnen; Kurzvorstellungen zu besonderen Techniken, die Menschen aus der Natur übernommen haben und einige kurze Vorstellungen zu Pflanzen und Tieren. Es ist übersichtlich aufgebaut und eher für lesende Kinder und dann selbstständiges Erarbeiten gut oder eben als Zusammenfassung/Übersicht aller Themen im Kurzformat.
Unsere Lieblingsmuseen: Naturwissenschafts-Edition
In unserem Lieblingswissenschaftszentrum, der Experimenta in Heilbronn lassen sich sehr viele Bereiche spielerisch erkunden: einen eigenen Windpark bauen, andere Wind- und Wasserspiele, Spiele zur Hebelwirkung und Versuche mit Wärme, Strom oder Körpereinsatz sind alleine in der Ausstellung auf der vierten Etage zu finden. Zusätzlich gibt es vier weitere Ausstellungen, ein Sternenteleskop, den Science Dome mit tollen Wissenschaftsshows zu Blitzen, der Entstehung der Erde oder zu berühmten Wissenschaftler:innen.
Das Neanderthal Museum im Neanderthal erzählt die Geschichte der Menschheit und von der Entdeckung des Neanderthalers in einer Höhle vor Ort. Sehr reale Nachbildungen der unterschiedlichen Menschen und Urmenschen, Entdeckungsschränke und ein „Steinzeit-Kit“ laden zum Entdecken und „Begreifen“ ein.
Im Herakleidon Museum in Athen lassen sich die unterschiedlichen Maschinen und Werkzeuge der alten Griechen erkunden. Auch ein erster Haushaltsroboter hat dort seinen Platz und durch viele Nachbauten und Schaubilder wird der Alltag der früheren Zeiten lebendig.
Im Hygiene-Museum in Dresden lassen sich im Kinderbereich alle Sinne erkunden. Auch im restlichen Museum gibt es genug zum Begreifen und Entdecken, z. B. die Entwicklung eines Babys im Mutterleib während der Schwangerschaft.
Im Löbbecke Museum in Düsseldorf geht es um die Entstehung ersten Lebewesen hin zum heutigen Homo sapiens. Mit kurzen Filmchen wird immer auf die nächsten Schritte eingeführt; Aquarien und Terrarien wechseln sich mit Schaubildern und den Filmen ab.
Im Universeum in Göteborg gibt es nicht nur einen Dschungel über drei Stockwerke und ein riesiges Aquarium. In drei Wissenschaftsausstellungen reist du durch deinen Körper, das Weltall und die vielfältige Welt der Naturwissenschaften in Mathematik und anderen Mitmach – und Ausprobier-Stationen. Ebenso gibt es ein Labor, in dem es u. a. Familienkurse gibt. Wir experimentierten an unterschiedlichen Dichten von Stoffen und gestalteten einen „Regenbogen im Glas“.
Im Kindermuseum in Lagos kann man ein Segelschiff mit unterschiedlich starkem Wind und Wellen testen; ein Schiff lässt sich beladen und die Hebelwirkung und der Einsatz von Winden lässt sich am eigenen Körper ausprobieren. Die restliche Ausstellung dreht sich größtenteils um die Seefahrt.
Unser Fazit
Durch die Kombination von Alltagslernen, projektbasierten Aktivitäten und spannenden Ausflügen wird das Lernen in den Naturwissenschaften zu einem Abenteuer.
Wir können so unsere natürliche Neugierde ausleben und gleichzeitig wichtige Grundlagen für ein tieferes Verständnis der Welt um uns herum erwerben.
