Ich möchte euch gerne zeigen, wie wir unterwegs lernen; in diesem Beitrag stelle ich dir vor, wie wir Englisch lernen.
Wir reisen in vielen verschiedenen europäischen Ländern, in fast allen konnten wir uns bisher mit Englisch, einigen wichtigen Worten der Landessprache oder dann mit Gebärden und Google Translator verständigen.
Da wir zuletzt einige Worldschooling Hubs mit anderssprachigen Familien besucht haben und es Alltag ist, dass wir in anderssprachigen Ländern unterwegs sind, ist auch bei unseren Kindern der Wunsch nach mehr Verständigung gewachsen.
Im diesem Beitrag stelle ich dir Material vor, das wir zum Englisch lernen nutzen und wie wir im Alltag die Sprache immer wieder üben.
Alltagslernen
Vor Ort im (Super)Markt, Restaurant oder im Austausch mit Guides in Museen und bei Ausflugszielen: fast immer findet der Austausch in Englisch statt und diese Gespräche werden wahrgenommen und immer mehr verstanden.
Auch Beschilderungen oder Audioguides übersetzen wir als Eltern und nennen wichtige Worte, die den Grundwortschatz erweitern.
Im Spiel mit anderen Kindern wird versucht neu gewonnenes Wissen anzuwenden und das Sprechen wird so in der Anwendung geübt.
Bei Familienmahlzeiten, gemeinsamen Autofahrten oder bei gemeinsamen Spielen wechseln wir, wenn es in den Ablauf passt in die englische Sprache und üben jeweils wenige Momente neue Worte oder Phrasen spielerisch.
Vorbereitete:r Lernbegleiter:in
Montessori spricht vom vorbereiteten Erwachsenen und meint damit zunächst die innere Haltung des Lernbegleiters oder der Lernbegleiterin. Aber auch inhaltlich sollten die entsprechenden Begleiter:innen stets „up-to-date“ sein.
Ich habe über ein Jahr als Aupair in den USA gearbeitet und bin anschließend vor Ort gereist. Auch im Auslandssemester in Sambia brauchte ich meine Englischkenntnisse, genauso wie in unserem jetzigen Alltag auf Reisen.
Ebenso schaue und lese ich stets alle englischen Serien und Filme im Original; mit der ständigen Nutzung der Sprache im Alltag ist mein Englisch mehr als ausreichend, um das Erlernen, auch gerade der Aussprache, entsprechend begleitend zu können.
Wenn etwas unklar ist, so können wir stets nachforschen und entsprechenden Wortschatz festigen.
"Klassischer Unterricht"
Gewünscht wurde trotzdem mehr Input von außen, so haben wir verschiedene Plattformen ausprobiert.
Über Preply finden sich Muttersprachler und andere Menschen, die unterschiedliche Sprachen als Einzelunterricht unterrichten. Wir hatten eine zeitlang eine sehr nette Tutorin aus Südafrika, da selbst Erklärungen auf Englisch waren, war das für uns noch kein ganz passendes Angebot. Aus der unendlichen Menge an Tutor:innen kann aber jede:r das für sich passende Angebot finden. Nur ein halbes Jahr später und mit anderer Tutorin wurden hier dann riesige Fortschritte gemacht.
Mit Novakid gibt es auch 1:1 Unterricht, dieser kann mit Muttersprachlern oder anderen Menschen stattfinden. Jeweils 10min Spiel, dann 20min Unterricht und nochmal spielerische Wiederholung für einige Minuten. Der sehr gameifizierte Aufbau mit vielen comicartigen Fantasiefiguren findet hier gemischten Anklang. Mit diesem Code bekommst du einen Rabatt, wenn du es einmal ausprobieren möchtest: Hier zum Rabatt-Klick!
Es gibt unterschiedliche kleine Lernplattformen, die jeweils in Gruppenangebote unterschiedliche Fächer oder Kompetenzen anbieten. Die einzelnen Dozent:innen gestalten frei ihre Stunden. Zum Beispiel Dragonfly yourself, Nomyschool, frei denken-lernen-leben,…
Wir sind bei Dragonfly-yourself fündig geworden und der direkte Austausch, das spielerische Lernen mit einer Gruppe von altersgemischten Kindern mit Spielen, Singen, Hörverstehen, Grammatik- und Wortschatzarbeit wurde gerne einmal wöchentlich für 30-45min genutzt.
Unsere englischen Lieblingsspiele – und materialien
Übung und Wiederholung helfen sehr, eine neue Sprache immer besser zu verstehen und anwenden zu können, daher nutzen wir gerne unterschiedliche Materialen um neuen Input zu bekommen oder Gelerntes zu wiederholen.
Bei der Brain Box Englisch gibt es 55 unterschiedliche Bildkarten zu bestimmten Themen (Jahreszeiten, Kleidung, Farben, Hobbies, Nahrung….). Jede:r bekommt 3min Zeit sich Worte und Bilder einzutragen, dann werden in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen Fragen dazu gestellt. Durch gemeinsame Betrachtung der Karten finden sich alle Lösungen und die Worte werden wiederholt, neuer Wortschatz aufgebaut. Für jüngere Kinder können die Karten auch unabhängig von der englischen Sprache genutzt werden.
Passend zum Mini Lük Kasten gibt es u.a. das Heft „Practise your English“, welches wir sehr mögen. In diesem werden Farben, Zahlen, Kleidung, Schulsachen, erste Verben und unterschiedliche Haustiere eingeführt. Nicht empfehlen können wir leider das „First Rhymes“ Heft, die Reime sind unpassend oder aus der Luft gegriffen und ergeben wenig Sinn.
Unser Liebling ist das „AGO Questions and Answer card game“. In unserer Box sind gleich drei Kartenspiele enthalten, die nach dem Prinzip von Uno funktionieren. Zu 9 Kategorien in 4 Farben gibt es jeweils Fragen und eine Auswahl an Antworten. Spielerisch werden so wichtige Phrasen wiederholt oder erste Grammatik im Frage-und Antwortspiel geübt. Einige Sonderkarten mit Farbwunsch, Überspringen oder Extrakarten aufnehmen sorgen für noch mehr Spielspaß. Die Spiele bauen aufeinander auf oder können gemischt werden, um so gezielt auf die Bedürfnisse aller Mitspieler:innen einzugehen.
Lange Zeit hatten wir die Montessori Family Box abonniert, auch dort sind alle Materialien in englisch. Wir nutzen vorallem die Nomenklaturkarten für neuen Wortschatz und um die Lieblingsthemen abzudecken.
Lernhefte und Apps
Es gibt viele unterschiedliche Lernhefte, die jeweils eigene Schwerpunkte legen. Die meisten Anfangshefte haben die gleichen Themen, die unterschiedlich behandelt werden.
Bisher nutzten wir nur das „Englischtiger“ Heft vom Mildenberger Verlag. Die Mischung aus Malen, Lesen, Wiederholungen und den einfachen Themen wurde hier gerne und zügig bearbeitet. Lesen und schreiben können ist definitiv besser, aber auch in gemeinsamer Arbeit mit einem Elternteil ist die Bearbeitung des Heftes möglich.
Da die Tiptoi Bücher lange zum Alltag gehörten, hatten wir auch die wenigen Englisch Bücher gerne genutzt: beliebt waren hier vor allem „Meine schönsten englischen Kinderlieder“, aber auch das „Wir lernen Englisch“ Buch.
Ausprobiert haben wir auch die Edurino Figur Niki, auch hier werden erste Grundlagen spielerisch geübt. In der zugehörigen App werden mit dem zugehörigen Stift allerlei Spiele ausgeführt.
Bei Sofatutor gibt es Englisch als Fach für alle Stufen mit Videos, Übungen, Vokabeltrainer und Spielen. Wir nutzen die App eher sporadisch, wen neue Inhalte gelernt werden wollen oder ein bestimmtes Thema vertieft werden möchte.
Ausflüge als Lern- und Erfahrungsraum
Ausflüge in Freilicht- oder Mitmachmuseen im europäischen Ausland kommen oft mit englischen (Audio) Guides. Habe ich zunächst jeweils übersetzt, so können inzwischen einfache Inhalte selbst verstanden werden.
Ebenso wiederholen sich Beschilderungen in Naturzentren oder Nationalparks, sodass spezifischer Wortschatz bei Ausflügen gefestigt wird.
Intrinsische Motivation
Bei fast keinem anderen Thema oder Kompetenz ist mir die Bedeutung der intrinsischen Motivation und der Wille für die Nutzung und die Anwendung des neuen Wissens wieder so sehr aufgefallen wie beim Englisch lernen.
Der Wille sich zu verständigen, verstanden zu werden, sich mitzuteilen. Der Wunsch im Kontakt mit den Mitmenschen Worte zu haben und nicht nur Zuhörer:in zu sein – Sprache ist nicht umsonst eine der wichtigsten Kompetenzen im Zusammenleben.
Wir lernen Schreiben und Lesen, davon liest du in diesem Beitrag; über die Vorläuferfertigkeiten fürs Lesen und Schreiben liest du hier.
Über Mathematik von Anfang an liest du hier und wie wir Mathematik lernen, liest du hier.
Über Naturwissenschaften und das junge Kind liest du hier und wie wir Naturwissenschaften lernen hier.
Über die allgemeinen Grundlagen, die jegliches Lernen begleiten und Vorraussetzung sind, darüber liest du hier.
